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Geschlossene Infrastrukturfonds: Investition in Verkehr und Versorgung

Geschlossene Infrastrukturfonds bieten Investoren die Möglichkeit, in Infrastrukturprojekte zu investieren. Die Fondsgesellschaften gehen dabei eine Partnerschaft mit öffentlichen Stellen ein und stellen dringend benötigtes Kapital bereit. Infrastrukturfonds finanzieren zahlreiche Projekte in vielen Ländern und verschiedenen Branchen.

Abbildung Infrastrukturfonds

Merkmale der geschlossenen Infrastrukturfonds

Geschlossene Infrastrukturfonds finanzieren Projekte, die zur Verbesserung der Versorgung eines Landes oder einer Region beitragen. Wie andere geschlossene Fonds sind auch die Fonds dieser Assetklasse unternehmerische Beteiligungen. Anders als bei anderen Fonds fließt das Kapital jedoch in vielen Fällen an öffentliche Partner wie Staaten, Städte und Kommunen, die es für spezielle Infrastrukturprojekte einsetzen. Erträge erwirtschaftet der Fonds über Gebühren der Endnutzer oder über vereinbarte Zahlungen der Auftraggeber.

Infrastrukturfonds und die Partnerschaft mit öffentlichen Auftraggebern

Geschlossene Fonds sind in mehreren Bereichen der öffentlichen Versorgung zu finden. Wenn Sie Anteile an einem solchen Infrastrukturfonds kaufen möchten, sollten Sie sich sehr genau über die jeweilige Branche und die Region informieren.

  • Für geschlossene Infrastrukturfonds eignen sich insbesondere Projekte, die den Ausbau der technischen Infrastruktur zum Ziel haben. Geschlossene Fonds engagieren sich beispielsweise in großen Verkehrsvorhaben. Straßen und Schienenstrecken können vielfach über Gebühren refinanziert werden, das macht Autobahnen, Brücken und Tunnelanlagen zu interessanten Investitionszielen. Containerhäfen und Flughäfen werden ebenfalls über Infrastrukturfonds finanziert.
  • Auch in der Telekommunikation treten Fondsgesellschaften als Finanziers auf. Sie investieren in Kabel-, Funk- und Satellitenverbindungen, die die stetig steigenden Datenmengen transportieren.
  • Ein dritter großer Bereich sind Versorgungsunternehmen. Die Erzeugung und Verteilung von Energieträgern aller Art, Wasser- und Abwassermanagement und Müllentsorgung gehören in diesen Bereich.
  • Geschlossene Infrastrukturfonds investieren in verschiedene Bereiche der Gesundheits- und Bildungssysteme. Sie stellen zum Beispiel Immobilien bereit, andere investieren in den Wirtschaftsbetrieb eines Krankenhauses oder Altenheims.

Je nach Art der Investition lassen sich die geschlossenen Infrastrukturfonds in zwei Gruppen einteilen. Die eine Gruppe finanziert ein Infrastrukturunternehmen nach dem Prinzip des Private Equity: Die Fondsgesellschaft stellt Kapital zur Verfügung, die Einnahmen hängen von den erwirtschafteten Erlösen ab.

Die andere Gruppe verfolgt gebührenfinanzierte Infrastrukturprojekte. Für Mautstraßen oder Flughäfen beispielsweise lassen sich die Erträge relativ gut prognostizieren, da Verbraucherentgelte vertraglich festgelegt werden.

Beide Konzepte erfordern in der Regel einen langen Anlagehorizont. Die meisten geschlossenen Infrastrukturfonds sind daher für institutionelle Anleger konzipiert.

Investitionslücke in der Infrastruktur

Die Privatisierung oder private Teilfinanzierung von Infrastrukturaufgaben ist in vielen Ländern ein großer Trend. Zwei Faktoren treffen zusammen: Zum einen der Wunsch der Regierungen, trotz Haushaltsbeschränkungen oder knapper Budgets in Zukunftsprojekte zu investieren. In vielen Ländern und Regionen ist die vorhandene Infrastruktur überlastet oder veraltet. Oder es sind große Investitionen nötig, um den Service für die Kunden und Verbraucher zu verbessern. Eine McKinsey-Studie aus dem Jahr 2016 schätzt, dass bis ins Jahr 2030 jedes Jahr weltweit 3,3 Billionen US-Dollar Investitionen nötig sind, damit die Infrastruktur mit dem aktuellen Wirtschaftswachstum Schritt halten kann.

Zum anderen sind Anleger und Finanzinvestoren auf der Suche nach renditestarken, aussichtsreichen Investitionsmöglichkeiten. Die Verträge mit Regierungen, Behörden und öffentlichen Unternehmen bieten den Investoren einen vergleichsweise verlässlichen Rahmen. Insgesamt flossen nach Angaben des Beratungsunternehmens PwC seit der Finanzkrise über 200 Milliarden US-Dollar in geschlossene Infrastrukturfonds. Zielobjekte waren so unterschiedliche Projekte wie die öffentliche Wasserversorgung, Flughäfen, Containerhäfen, die Energieversorgung und Telekommunikationsnetze.

Ausbau von Infrastrukturen fördern und Rendite erwirtschaften

Erträge erwirtschaften geschlossene Infrastrukturfonds aus Verträgen mit dem öffentlichen Partner oder direkt aus Verbraucherentgelten. Die Nutzungsverträge und teilweise auch die Verbraucherentgelte für das Investitionsobjekt werden oftmals in einer frühen Phase festgelegt, sodass Einnahmen unter den vorgesehenen Rahmenbedingungen fließen können.

Bei Projekten, die als Infrastrukturaufgaben angelegt sind, gibt es zudem in den meisten Fällen keine direkte Konkurrenz, die die Einnahmen beeinflussen könnte. Viele Projekte reagieren robust auf wirtschaftliche Schwankungen und gelten als vergleichsweise gut gegen Inflationsgefahren gesichert.

Risiken der Infrastrukturfonds

Die Anlage in Infrastrukturfonds ist mit einigen sehr spezifischen Risiken verbunden, die in dieser Form für keine andere Assetklasse bestehen:

  • Das politische Risiko. Infrastrukturfonds engagieren sich nicht nur in Deutschland und anderen hoch entwickelten Industrieländern, sondern vielfach auch in Schwellenländern, in denen der Kapitalbedarf der öffentlichen Hand oft besonders hoch ist. In Ländern mit weniger stabilen politischen Bedingungen können politische Entwicklungen ausländische Investitionen gefährden. Generell benötigen Infrastrukturfonds ein funktionierendes Rechtssystem und politische Stabilität, damit sie erfolgreich wirtschaften können.
  • Das rechtliche Risiko. Infrastrukturprojekte wie die Wasserversorgung und Verkehrswege haben eine hohe öffentliche Bedeutung. Die staatlichen Vorschriften und Regulationen, die für solche Projekte gelten, beeinflussen den Verlauf und auch die Ertragskraft des Projekts. Rechtsvorschriften können sich jedoch ändern.
  • Das Entwicklungsrisiko. Auch wenn das Projekt selbst keine direkte Konkurrenz hat, können dennoch technologische oder gesellschaftliche Entwicklungen dazu führen, dass die Nutzung zurückgeht. Alternative Entwicklungsmöglichkeiten für das Investitionsprojekt (zum Beispiel ein Hafen) gibt es allerdings nicht.

Weitere Risiken ergeben sich aus den Besonderheiten der Branche, der Vertragspartner und der vereinbarten Verträge für die Nutzung des Infrastrukturobjekts.

Zu den spezifischen Risiken kommen die allgemeinen Risiken einer Beteiligung an einem geschlossenen Fonds hinzu. Das Entscheidende: Anleger eines geschlossenen Infrastrukturfonds haben die Stellung eines stillen Gesellschafters oder Kommanditisten. Daher tragen sie das Risiko, dass ihre Anlage an Wert verliert, bis hin zum Totalverlust.

Die Beschreibung möglicher Risiken kann hier nur exemplarisch erfolgen: Die ausgebende Fondsgesellschaft ist verpflichtet, Anleger über alle Risiken zu informieren. Die Auflistung findet sich im jeweiligen Verkaufsprospekt.

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