skip to Main Content
Biometrie statt Passwort

Im Zuge der Digitalisierung erledigen wir immer mehr Dinge online: Wir kaufen ein, führen Überweisungen durch und verwahren zunehmend auch unsere wichtigsten Unterlagen digital. Die Vorteile liegen auf der Hand. Während beispielsweise Dokumente früher in Ordnern abgelegt und dann an einem sicheren Ort gelagert wurden, sorgt heute ein Passwort oder PIN dafür, dass sie nicht jedem zugänglich sind und trotzdem ortsunabhängig abgerufen werden können. Doch auch dieses System gerät zunehmend an seine Grenzen. Je mehr Daten wir online verwalten, desto mehr Passwörter müssen wir uns merken. Sicherheitsexperten warnen zudem seit langem vor der Gefahr, die von unsicheren Passwörtern ausgeht. Eine Lösung könnte die Biometrie liefern.

Identitätsprüfung anhand körperlicher Eigenschaften
Wie Statistiken zeigen, besitzen die meisten Menschen schon heute eine Vielzahl digitaler Zugänge – das eigene Mailpostfach, den Zugang zum Online-Banking, Login-Daten für Shopping-Webseiten und viele weitere. Wissenschaftler gehen davon aus, dass in Zukunft noch deutlich mehr Portale gesichert werden müssen. Mit herkömmlichen Passwörtern oder PINs, die aus Sicherheitsgründen stets nur einmal verwendet werden sollten, ist dies zunehmend schwerer zu gewährleisten.

Biometrische Verfahren, bei denen die Identifikation von Personen anhand körperlicher Eigenschaften erfolgt, könnten das Passwort daher schon bald ablösen. Die bekannteste dieser Methoden ist der Fingerabdruck, der bei jedem Menschen einzigartig ist und damit eindeutige Rückschlüsse auf die Identität zulässt. Inzwischen gibt es jedoch viele weitere Verfahren, beispielsweise die Gesichts- oder Spracherkennung, die Handgeometrie und den Scan der Iris.

Zahlreiche Einsatzmöglichkeiten
Mehrere Voraussetzungen müssen die biometrischen Verfahren erfüllen, um einsetzbar zu sein. Auf der einen Seite müssen die untersuchten körperlichen Merkmale bei jedem Menschen vorhanden, einzigartig und über die Zeit unveränderlich sein. Auf der anderen Seite müssen sie leicht zu erfassen und das Ergebnis der Überprüfung schnell abrufbar sein, damit die Technologie sinnvoll genutzt werden kann.

Wie zahlreich die Verwendungsmöglichkeiten der neuen Verfahren sind, kann anhand der Finanzbranche verdeutlicht werden. So könnten biometrische Verfahren etwa an Geldautomaten, SB-Terminals, beim Online- und Mobile-Banking, beim Mobile Payment und an Bankschließfächern eingesetzt werden. Auch bankenintern tragen die Methoden zu mehr IT Sicherheit und effektiveren Zeiterfassungssystemen bei. Schon heute werden biometrische Verfahren im Banking in einigen Ländern – beispielsweise in Japan – genutzt. Ob sich die Methoden auch in Deutschland durchsetzen, wird die Zukunft zeigen.

Back To Top