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Das virtuelle Büro

Bis vor wenigen Jahren war ein erfolgreiches Unternehmen ohne eigene Räumlichkeiten in den meisten Branchen kaum vorstellbar. Im Büro findet nicht nur der Austausch zwischen den treibenden Kräften des Unternehmens statt, hier lagern auch alle wichtigen Unterlagen. Darüber hinaus bildet es die zentrale Anlaufstelle für Kunden und Partner. Doch im Zuge der Digitalisierung scheinen einige dieser Prämissen nicht mehr zu gelten. Dokumente können dank des Internets von überall abgerufen werden und für ein Business-Meeting müssen die beteiligten Personen schon lange nicht mehr im selben Raum sein – befinden wir uns also auf dem Weg zum virtuellen Arbeitsraum?

Personaler von Virtualisierung des Arbeitsraumes überzeugt
Glaubt man den Zahlen einer aktuellen Umfrage, so wird die Virtualisierung des Arbeitsraumes schon bald einsetzen. Die BWA Akademie fragte im Zuge ihrer „New Work“-Studie 100 Personalverantwortliche aus der deutschen Wirtschaft, ob sie bereits in den nächsten zehn Jahren mit einer „Auflösung von Büroraum“ auf breiter Front rechnen. Ergebnis: Fast die Hälfte der Befragten (48 Prozent) bejahten die an sie gerichtete Frage. Bei einem Zeithorizont von 15 Jahren fällt das Ergebnis mit 85 Prozent noch deutlicher aus. Lediglich 2 Prozent der Befragten gehen hingegen davon aus, dass es niemals zu einer Virtualisierung des Arbeitsraumes kommen wird.

Auf dem Weg zur virtuellen Bank?
Mit der „Auflösung des Büroraumes“ ergeben sich für Unternehmen auf der einen Seite neue Chancen. Statt an einem festen Arbeitsplatz finden sich die Mitarbeiter so beispielsweise vermehrt in Arbeitsgruppen und losen Netzwerken zusammen, die kurzfristig auf Veränderungen im Umfeld reagieren können. Personaler erhoffen sich zudem, dass die Flexibilisierung des Arbeitsraumes zu mehr Kreativität und Zufriedenheit bei ihren Mitarbeitern führt.

Auf der anderen Seite wird der Trend jedoch viele Unternehmen vor große Herausforderungen stellen. Die Finanzbranche beispielsweise befindet sich in einem besonderen Spannungsfeld. Zwar hat die Digitalisierung längst Einzug in das Banking gehalten. Kunden wünschen sich mobile Angebote und benötigen für die einfachen Bankgeschäfte keine Filiale. Statistiken zeigen, dass das Filialnetz in den vergangenen Jahren stetig reduziert wurde. Doch Untersuchungen zeigen auch, dass viele Anleger einen persönlichen Ansprechpartner und eine feste Anlaufstelle bei ihren Finanzgeschäften für unverzichtbar halten. Ganz ohne persönlichen Kontakt wird es also nicht gehen. Bleibt abzuwarten, mit welchen innovativen Ideen Banken und andere Akteure der Finanzbranche diesen Herausforderungen gerecht werden.

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