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Geschlossenes Sondervermögen

Juni 2019

Sachwerte-Anbieter tüfteln an einem innovativen Investitionsmodell

Der Markt für Sachwertebeteiligungen gerät in Bewegung. War der AIF als KG-Modell bislang das Maß aller Dinge für Anleger, die in ein Modell mit konkreten Objekten investieren wollen, so zeichnet sich eine Alternative dazu ab: Das geschlossene Sondervermögen.

Jochen Schenk, Chef der Real I.S. AG und Vizepräsident des Zentralen Immobilien-Ausschuss ZIA berichtete im Gespräch mit dem Fondsbrief kürzlich über die Möglichkeiten des neuen Modells: „Dabei handelt es sich um ein Sondervermögen für Immobilieninvestitionen. Vergleichbar mit einem offenen Fonds, aber mit den Komponenten eines geschlossenen Fonds. Mit konkreten Objekten, aber nicht so schwerfällig wie eine geschlossene Investmentkommanditgesellschaft, einfacher zu verwalten und mit weniger Kosten. Der Kunde will Convenience, das ist das Stichwort unserer Zeit. Daher wollen wir ein Vehikel anbieten, das in die Beratungslandschaft der Banken passt und digitalfähig ist. Das alles trifft auf das geschlossene Sondervermögen zu. Es kann unkompliziert und ohne Aufwand wie ein Wertpapier über eine Order gezeichnet werden.“

AIFM-Richtlinie lässt das neue Modell zu

Die rechtlichen Voraussetzungen dazu sind gegeben. Die Vorschriften der AIFM-Richtlinie lassen das neue Modell zu. Hierzulande müsste das KAGB geändert werden, doch das sieht Schenk optimistisch. Im Vergleich zum bislang üblichen AIF verursacht es weniger Verwaltungsaufwand und Kosten. Außerdem passe es in die Digitalisierungs-Strategie der Bundesregierung.

Offenbar ist das Interesse der gesamten Branche geweckt, denn Schenk weiß von weiteren Anbietern, die sich derzeit ernsthaft mit dem geschlossenen Sondervermögen beschäftigen. Sie erhoffen sich damit den Wiedereintritt in die Banken und Sparkassen. Mit seiner digitalen Fähigkeit passe es in deren Beratungslandschaft und könne unkompliziert und ohne Aufwand wie ein Wertpapier über eine Order gezeichnet werden.

Geänderte Vorschriften erleichtern Vertrieb von Crowdinvestments

Die digitale Direktzeichnung der AIF kommt dagegen nicht so recht in Schwung. Der Zeichnungs-Vorgang ist zu langwierig und kompliziert für einen digitalen Alleingang der potenziellen Anleger. Das sieht bei den Crowdinvestments ganz anders aus. Hier hat sich der digitale und zügige Zeichnungsprozess als Vorteil herausgestellt. Neue Regeln erleichtern außerdem das Business mit den Schwarmfinanzierungen. Der Bundestag hat am 09.05.2019 das „Gesetz zur weiteren Ausführung der EU-Prospektverordnung und zur Änderung von Finanzmarktgesetzen“ verabschiedet.

Demnach wird die Schwelle angehoben, ab der künftig ein Prospekt zu erstellen ist. Waren es bislang 2,5 Millionen Euro, so liegt die Grenze künftig bei sechs Millionen Euro. Der maximale Anlagebetrag pro Investor erhöht sich ebenfalls von 10.000 Euro auf 25.000 Euro. Das macht die Crowd-Investments zu Konkurrenz-Produkten in Sachen Immobilienbeteiligung. Auch wenn sich die Anleger wahrscheinlich häufiger als gedacht nicht darüber im Klaren sein werden, worin genau sie ihren Einsatz investieren und welche Risiken sie eingehen.

Herzlich, Ihr Markus Gotzi

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