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Fazit in schwierigen Zeiten

Dezember 2020

Rückblick auf ein Jahr, das ganz und gar nicht normal war

Es hat lange gedauert, bis dieser Text Gestalt annahm. Erste Versuche fielen der Löschen-Taste zum Opfer. Welches Fazit ziehe ich über ein Jahr, das niemand von uns so erwartet hat? Das viele Selbstverständlichkeiten über den Haufen geworfen hat. Das die Zukunft, wie wir sie geplant haben, verändern wird – egal ob wir oder unsere Familie und Freunde erkrankt oder unsere Lieben sogar an Corona gestorben sind.

Lässt sich eine positive Lehre daraus ziehen? Zunächst überwiegt der schale Geschmack, denn das Jahr hat viel Ernüchterung gebracht. Eigentlich harmlose Menschen (hoffentlich!) verbinden sich mit Rechtsradikalen und Reichsbürgern, weil sie mit der Situation nicht klarkommen. Sie nutzen die Möglichkeiten des demokratischen Rechtsstaats, um dafür zu schreien, ihn abzuschaffen. Und das alles nur, weil sie nicht an die Existenz eines Virus glauben. Weil sie sich ihrer Freiheit und Menschenrechte beraubt fühlen, wenn sie einen Mund-Nasenschutz tragen sollen. Bullshit. Wer kein Problem hat, mit Nazis und Demokratiefeinden gemeinsame Sache zu machen, hat offenbar ein umfassenderes Problem als die Angst vor der Impfspritze.

Im Ausland ist es noch viel schlimmer

Und im Ausland? Schauen wir uns doch um. Rings um uns herum sieht es noch schlimmer aus. Großbritannien? Wird von einem Clown regiert. Frankreich, Italien, Österreich, Spanien, Schweiz? Kriegen die Pandemie überhaupt nicht in den Griff. Von den USA ganz zu schweigen. Für das Verhalten vieler Menschen dort fehlt mir jegliches Verständnis. Mehr als 70 Millionen Amerikaner wünschen sich einen Mann zum Präsidenten, der vier Jahre lang komplett in seinem Amt versagt hat. Der sein Land in die Corona-Katastrophe geführt und allein gelassen hat. Den Anstand und Verstand als Führer jeder noch so kleinen Nation verbieten. Der das Schlechte im Menschen offenbart.

Aber gerade das führt uns zum Guten. Denn noch mehr Amerikaner haben genug von diesem Mann. Dafür nehmen sie einen Präsidenten in Kauf, der schon zum alten Eisen gehört. Egal, Hauptsache nicht Trump. Hauptsache Demokratie. Das macht Mut für das Jahr 2021 und darüber hinaus. Und eröffnet neue Investitionsmöglichkeiten. Denn viele, sehr viele private und vor allem institutionelle Investoren wollten kein Geld anlegen in Trump-Land. Das ändert sich mit Joe Biden als US-Präsident.

Menschen können mit Herausforderungen umgehen

Neue Möglichkeiten ergeben sich auch auf den Immobilienmärkten hierzulande. Wer zyklisch investiert, versucht sein Glück mit Wohnungen, Pflegeheimen, Nahversorgern, Fachmarktzentren und Logistikimmobilien. Käufer von Büros nehmen Risiken in Kauf und setzen auf neue Konzepte. Hotel-Investoren brauchen besondere Argumente. Oder einen langen Atem. Denn auch das hat 2020 gezeigt: Die Menschen können mit Herausforderungen umgehen, auch wenn nicht immer alle Entscheidungen richtig waren. Die zügige Entwicklung des Impfstoffs ist ein gutes Zeichen. Läuft alles wie erhofft, dann ist das der erste Schritt Richtung Normalität. Bei aller Vorsicht, haken wir 2020 ab soweit es geht und vertrauen wir auf die Zukunft.

Herzlich, Ihr
Markus Gotzi

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