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Investments in Zeiten von Corona

April 2020

Bares oder Sachwerte – das ist jetzt die Frage

Wie sollen Anleger investieren im Zeichen von Corona? Sollen sie überhaupt langfristige Entscheidungen treffen oder ihr Geld lieber auf dem Konto parken? Über diese Fragen zerbrechen sich derzeit viele Menschen ihren Kopf. Manche wollen ihr Geld sogar am liebsten in den Händen halten. So meldet die Direktbank ING für den Monat März, dass die Deutschen als Folge der Corona-Krise über rund sechs Milliarden Euro mehr Bargeld verfügten als in den Monaten zuvor. Damit setzt sich ein Trend fort, denn insgesamt horteten die Menschen hierzulande schon Ende 2019 rund 253 Milliarden Euro Bargeld. Das waren 32 Milliarden oder 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Auf jeden Bundesbürger kommen demnach mehr als 3.000 Euro Cash in de Täsch.

Gold so teuer wie niemals zuvor

Doch nicht alle vertrauen den Münzen und Scheinen. Viele Anleger suchen einen Schutz gegen einen eventuellen Wertverlust. „Kommt jetzt die Inflation?“, fragte die Zeitung Die Zeit. Auch wenn sie zu dem Schluss kommt, die Gefahr einer Geldentwertung sei eher überschaubar, so bleibt dennoch ein mulmiges Gefühl. Nicht auszuschließen, dass die apokalyptischen Szenarien mancher Krisenpropheten eintreffen. Wir wissen es halt nicht, könnte ja sein. Das ist die Erklärung dafür, dass so viele Menschen Schutz im Gold suchen. Vor wenigen Tagen kostete eine Feinunze rund 1.600 Euro und damit so viel wie niemals zuvor.

Dabei sind sich die meisten Finanzexperten einig darüber, dass Gold keine Lösung ist. Denn das Investment bringt keinen Ertrag. Anders als eine unternehmerische Beteiligung. Und offenbar gab es im ersten Quartal noch eine Vielzahl von nüchtern denkenden Anlegern, die ganz gezielt nach Investments suchen. Dabei punkten die Anbieter von Assets mit besonderen Argumenten. Trotz Corona neu an den Markt kommen in diesen Tagen daher AIF mit Beteiligungen an Supermärkten und Lebensmitteldiscountern zum Beispiel von Habona und der Hahn Gruppe. Die Sonderstellung dieser Einzelhandelsimmobilien hat in den vergangenen Wochen jeder erlebt.

Guter Start ins Jahr mit Sachwerten

Mit einem guten Ergebnis startete auch der Zweitmarkt für geschlossene Fonds in das Handelsjahr 2020. Das Nominalkapital stieg im Vergleich zum vierten Quartal 2019 um mehr als neun Prozent auf rund 77 Millionen Euro. Die Summe der Kaufpreise legte sogar um knapp 30 Prozent zu. Der durchschnittliche Handelskurs über alle Anlageklassen lag im ersten Quartal 2020 bei 86 Prozent – und damit um fast 19 Prozent höher als in den Monaten Oktober bis Dezember 2019.

Die Umsätze der meistgehandelten Fonds kommen dabei auf bis zu 1,5 Millionen Euro (Blue Capital Equity IV). Im hohen sechsstelligen Bereich wurden aber auch gebrauchte Immobilienfonds gehandelt. Das hohe Niveau kann jedoch nicht dauerhaft gehalten werden. Die Wende zeichnet sich schon ab. Je länger das Virus wütet und die Wirtschaft lähmt, desto schwächer dürften die Umsätze ausfallen. Das Geschäft mit geschlossenen Beteiligungen lebt von persönlichen Gesprächen und individueller Beratung. Das gelingt bei erfahrenen Mehrfachzeichnern vielleicht am Telefon. Neukunden dürften auf diese Weise dagegen wohl kaum zu erreichen sein.

Bleiben sie gesund.

Meistgehandelte Fonds im März 2020

Herzlich, Ihr
Markus Gotzi

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