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Und noch ein Zweitmarkt-Modell…

November 2020

Asuco bringt weiteres Angebot mit gebrauchten Fondsanteilen über Namensschuldverschreibungen

Die Kurse an der Fondsbörse Deutschland als Handelsplattform für gebrauchte geschlossene Immobilienfonds haben sich weitgehend erholt, doch die Handelsvolumina sind weiterhin vergleichsweise niedrig. Dennoch ist Asuco nach HTB bereits der zweite Anbieter, der in diesem Jahr ein neues Produkt mit Zweitmarktanteilen an den Markt bringt. Anleger beteiligen sich mit dem „ZweitmarktZins 15-2020“, wie bei Asuco gewohnt, an einem Modell mit Namensschuldverschreibungen.

Eine Art Kreditgewährung im Nachrang

Konzept: Asuco hat sich für diese Variante entschieden, weil das Unternehmen in einem geschlossenen AIF keinen Sinn sieht. Geschäftsführer Dietmar Schloz hat bei vielen Gelegenheiten, zum Beispiel beim Sachwerte-Kolloquium, die Nachteile aus seiner Sicht ausgeführt: Zu teuer, keine zusätzliche Sicherheit, Abhängigkeit von einer KVG. Bei Namensschuldverschreibungen handelt es sich, anders als bei den AIF, nicht um Gesellschaftsanteile, sondern um eine Art von Kreditgewährung im Nachrang. Es geht also nicht um Eigen- sondern um Fremdkapital.  So etwas ist grundsätzlich mit Risiken verbunden, weil die Ansprüche der Zeichner im Falle eines Zahlungsverzugs erst nachrangig bedient werden. Im konkreten Fall spielt das jedoch keine Rolle, weil Asuco bei seinen Zweitmarkt-Modellen auf Bankdarlehen verzichtet. Es gibt faktisch also keine Gläubiger, die im Rang vor den Anlegern stehen.

Markt: Auch bei gebrauchten Immobilienfonds entscheiden sowohl die Assets als auch die Qualität des Fondsmanagements über Wohl oder Wehe. Daher stehen hier im Schatten von Corona dieselben Fragezeichen wie hinter typischen Erstmarktprodukten: Wird sich der Hotelmarkt erholen? Haben Shoppingcenter eine Zukunft? In welche Richtung geht es mit den High-Street-Lagen der Innenstädte? Brauchen wir trotz Home-Office weiterhin so viele Büroflächen? Wie entwickeln sich Wohnungsmärkte, und, und, und…

Vorteil Gebrauchtfonds

Assets: Zweitmarktfonds bieten durchaus einige Vorteile. So geben die Geschäftsberichte Auskünfte darüber, wie sich die Fonds in den vergangenen Jahren entwickelt haben. Lief alles nach Plan oder nicht? Wenn nicht, warum nicht? Was hat das Management getan, um eventuelle Probleme im Sinne der Anleger zu lösen? Eine starke Diversifikation soll ebenfalls helfen, die Investitionsrisiken zu begrenzen. Mit den bisherigen Modellen hat sich Asuco an 267 Zielfonds mit knapp 400 Immobilien und 8.000 Mietverträgen beteiligt.

Kalkulation: Die Namensschuldverschreibungen haben eine Laufzeit bis zum 30.09.2030. und begründen Gläubigerrechte auf variable Zinsen in Höhe von bis zu 4,5 Prozent p. a. und Zusatzzinsen in Höhe von bis zu 5,5 Prozent p. a. Anleger beteiligen sich mit mindestens 5.000 Euro plus fünf Prozent Agio. Asuco rechnet mit einem Emissionskapital in Höhe von 50 Millionen Euro.

Kosten: Die Initialkosten inklusive Agio summieren sich auf 13,4 Prozent des eingesetzten Kapitals. Laufend fallen rund 0,55 Prozent des Nominalbetrages der Schuldverschreibungen an. Das sind Werte im üblichen Rahmen.

Steuern: Anleger erzielen Einkünfte aus Kapitalvermögen, die der Abgeltungssteuer unterliegen.

Anbieter: Das Asuco-Team um Dietmar Schloz ist ein erfahrener Player auf dem Zweitmarkt. Mit mehr als 22.000 Transaktionen hat es rund 1,1 Milliarden Euro mit gebrauchten Fonds gehandelt. Die Vorgänger-Modelle liegen in ihren Zinszahlungen alle leicht über Plan.

Meiner Meinung nach… Ein weiteres Asuco-Modell mit Namensschuldverschreibungen, mit dem Anleger in eine Vielzahl von gebrauchten Immobilienfonds investieren. Die üblicherweise mit solch einem Vehikel verbundenen Risiken hat Asuco im Griff, weil der Anbieter auf Fremdkapital verzichtet. Gebrauchte Fonds haben durchaus ihre Vorteile: Sie bringen eine überprüfbare Historie mit und können in der Regel mit Preisnachlässen erworben werden. Fraglich ist allerdings, ob es sinnvoll ist, in dieser Zeit Anleger mit von der Corona-Pandemie verursachten Schnäppchenpreisen zu locken. Zumal die Kurse an der Zweitmarktbörse inzwischen wieder nahezu ein normales Niveau erreicht haben.

<small>Hier sehen Sie den Einblick von Markus Gotzi als Video.</small>

Herzlich, Ihr
Markus Gotzi

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