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Von wegen Tote Hose

Juli 2020

Vertriebe überraschen mit guten AIF-Umsätzen

Tote Hose beim Vertrieb geschlossener Publikums-AIF? Das stimmt so nicht. Aus Gesprächen mit Anbietern und Vertriebsentscheidern ergibt sich ein anderes Bild. Manche Ergebnisse können sogar überraschen.

Natürlich reden wir hier über die Auswirkungen von Corona. In den ersten Wochen und Monaten legte das Virus das Geschäft mit geschlossenen Sachwertebeteiligungen komplett lahm. Bei eFonds zum Beispiel, einer der größten Plattformen für freie Vermittler und Bankenvertriebe, ging ab Mitte März gar nichts mehr, berichtet CEO Reiner Seelheim. Im April gab es ein paar einzelne Abschlüsse, bei denen die Kunden ihre Entscheidung wohl schon vor der Pandemie getroffen hatten. Aber richtig los ging es erst wieder in der zweiten Mai-Hälfte. Und – jetzt kommt’s – der Juni war nach drei Wochen schon besser der komplette Vorjahresmonat.

Banken halten sich weiterhin zurück

Allerdings ist die positive Entwicklung nicht ungetrübt. Denn sie gilt einzig für die freien Vertriebe. Banken halten sich weiterhin beim Verkauf von Sachwerten für ihre Kunden zurück. Warum eigentlich? Haben die Banker noch nicht mitbekommen, dass die seit 2013 durch das Kapitalanlagegesetzbuch regulierten Alternativen Investmentfonds (AIF) nichts mehr gemein haben mit den häufig fragwürdigen Angeboten früherer Jahre? Was soll denn der ganze Aufwand mit Bafin-Prüfung, Kapitalverwaltungsgesellschaft, Verwahrstelle, wenn die Banken weiterhin die Finger davon lassen? Hey Ihr Leute hinterm Bankenschalter, was derzeit angeboten wird, ist in der Regel deutlich sauberer und realistischer konzipiert als das, was Ihr Euren Kunden früher – provisionsgetrieben? – aufs Auge gedrückt habt.

Banken-Thema beendet. Zurück zum Vertrieb. Das gute Juni-Ergebnis erstreckt sich leider nicht über die breite Masse der Angebote, sondern konzentriert sich bei eFonds auf eine überschaubare Anzahl von AIF. Renner war der „Hahn-Pluswertfonds 175“ mit einem Real-Markt in Langenfeld bei Düsseldorf. Mit einem für Hahn vergleichsweise hohen Eigenkapitalvolumen von rund 30 Millionen Euro ausgestattet, war der AIF dennoch schon weitgehend verteilt, bevor der Vertrieb offiziell begonnen hatte. Unter den Hahn-Anlegern sind viele Wiederholungstäter, die nicht jeweils neu überzeugt werden müssen.

Asset und Nutzungsart bei Immobilienfonds entscheidend

Ebenfalls gepunktet hat offenbar das Asset, ein langfristig vermieteter Supermarkt. Das hat in den vergangenen Wochen jeder mitbekommen: Rewe, Edeka, Aldi und Co. hatten geöffnet, Schuhgeschäfte, Textilhändler und Karstadt/Kaufhof mussten wegen Corona schließen. So erklärt sich auch der Vertriebserfolg von Habona Invest. Mit dem „Einzelhandelsfonds 07“ beteiligen sich die Zeichner an einem Portfolio aus Lebensmittelmärkten. Dritter im Bunde der gefragten Anbieter war Ökorenta mit seinem Zweitmarktfonds „Erneuerbare Energien 11“. Saubere Stromproduktion und konjunkturunabhängige Einnahmen waren hier wohl die schlagenden Argumente.

Positive Nachrichten kommen aber nicht nur von eFonds. So hat Project Investment Anfang Juli seinen Wohnungsfonds „Metropolen 20“ gestartet – nachdem der Vorgänger wenige Tage zuvor mit dem bislang zweitbesten Platzierungsergebnis aller Publikumsfonds geschlossen wurde. Und auch ZBI berichtet von guten Umsätzen mit dem Wohnungs-AIF „Professional 12“. Trotz Corona. Oder wegen? Denn auch die Wohnungsmärkte sind bislang vergleichsweise glatt durch die Corona-Krise gekommen.

Herzlich, Ihr
Markus Gotzi

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