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Der Investmentfonds-Vergleich für langfristige Anlageprodukte

Ein Investmentfonds-Vergleich ist für private Anleger bei geschlossenen Fonds nicht leicht durchzuführen: Das Angebot ist groß, die Branchen sehr unterschiedlich und die Auswertung der Verkaufsunterlagen zeitintensiv und oft nur mit Vorkenntnissen überhaupt möglich. Ein Investmentfonds-Vergleich ist also schwierig, aber trotzdem unbedingt zu empfehlen. Denn eine Beteiligung an einem Anteil eines geschlossenen Fonds ist erst ab einem Betrag von mehreren Tausend Euro möglich und das Geld über einen Zeitraum von zehn oder mehr Jahren fest angelegt und damit auch im Notfall schwer verfügbar. Anleger sollten sich also gut überlegen, wem sie ihr Kapital anvertrauen.

Anleger müssen wissen, was sie wollen

Alle auf dem Markt angebotenen geschlossenen Investmentfonds miteinander zu vergleichen ist schlicht unmöglich; es sind einfach zu viele. Deshalb sollte jeder Interessent zunächst einige persönliche Anforderungen definieren, um die Auswahl zu verkleinern. Ein geschlossener Fonds ist eine unternehmerische Beteiligung, keine klassische Geldanlage. Es gilt also, unternehmerisch zu denken:

  • Wie viel Risiko bin ich bereit zu tragen?
  • Welche Rendite erwarte ich?
  • Wie lange kann ich auf mein Kapital verzichten?
  • Kann ich im schlimmsten Fall den Totalverlust der Anlage verkraften?
  • Habe ich Vorkenntnisse in einer bestimmten Branche oder wenigstens Interesse, mir Kenntnisse anzueignen?

Leistungsbilanz sagt etwas über Emittenten aus

Sobald das Angebot auf diese Weise eingeschränkt wurde, folgt ein genauer Blick auf die Anbieter. Die Qualität eines Emissionshauses ist ein wichtiger Faktor im Investmentfonds-Vergleich. Ein Anbieter, der schon mehrere – erfolgreiche – geschlossene Fonds einer Branche vorweisen kann, verfügt über Erfahrung und Branchen-Know-how und idealerweise über eine qualifizierte Geschäftsführung.

Ob diese Voraussetzungen auch auf den Anbieter zutreffen, den ein Interessent oder ein Anleger bereits in die engere Auswahl genommen hat, darüber gibt die Leistungsbilanz Auskunft, die auch als Visitenkarte eines Emittenten bezeichnet wird. Sie weist detailliert in einem Soll-Ist-Vergleich aus, wie sich die einzelnen Fonds eines Initiators entwickelt haben und damit auch, welche Renditeprognosen sich erfüllt haben und welche nicht.

Prognosen beruhen immer auf Annahmen; eine hundertprozentige Trefferquote ist also nicht zu erwarten. Entscheidend ist aber das Gesamtbild. Wenn sich die weit überwiegende Mehrzahl der bisherigen Fonds positiv entwickelt hat, spricht das bei einem Investmentfonds-Vergleich für die Kompetenz und Seriosität des Anbieters. Andersherum: Zeigen dagegen die meisten oder sogar alle früheren Fonds negative Abweichungen gegenüber den Prospekt-Aussagen, sollte ein Kapitalanleger diesen Emittenten lieber meiden.

Allerdings sind Leistungsbilanzen eine freiwillige Leistung der Emittenten und nicht verpflichtend vorgeschrieben. Eine aggregierte Performanceübersicht sollte aber immer zur Verfügung stehen. Anleger sollten immer danach fragen, wenn sie ihnen nicht ausgehändigt werden und im Zweifel einen Anbieter bevorzugen, der eine Leistungsbilanz vorweisen kann.

Verkaufsunterlagen enthalten alle wichtigen Informationen

Sobald sich ein Anleger für eine Branche entschieden und eine Vorauswahl unter den Emissionshäusern getroffen hat, folgt das Studium der Verkaufsunterlagen. Im gesetzlich vorgeschriebenen Verkaufsprospekt sind alle wesentlichen Merkmale des Fonds dargestellt, darunter

  • Anlagestrategie und Anlagepolitik des Fonds
  • Laufzeit
  • Konditionen aufgenommener Kredite mit Zinszahlungen und Laufzeiten
  • Informationen zu Risiken
  • Emissionsvolumen, Art und Anzahl der Anteile
  • Kosten und Provisionen
  • Renditeprognosen

Der mögliche Kapitalgeber sollte sich diese Unterlagen sorgfältig durchlesen und kritisch hinterfragen. Dabei hilft, wenn er selbst Vorkenntnisse der gewählten Branche mitbringt oder sich solche Kenntnisse aneignet. Unklarheiten lassen sich mit einem unabhängigen Berater klären. Ein Anleger sollte keine Beteiligung zeichnen, deren Konzept er nicht versteht. Nur wenn ihm das Gesamtkonzept schlüssig erscheint und die zugrunde gelegten Annahmen plausibel, sollte er eine Investition erwägen.

Eine besondere Berücksichtigung sollten bei einem Investmentfonds-Vergleich die Kosten eines Fonds finden, insbesondere die sogenannten Weichkosten. Diese Kosten stehen nicht im direkten Zusammenhang mit den Investitionsobjekten, werden also nicht in Sachwerte investiert und sind daher für den Anleger nicht gewinnbringend. Sie werden für Vertrieb und Marketing, Treuhänder und Ähnliches aufgewendet.

Auch diese Kosten müssen im Verkaufsprospekt ausgewiesen werden. Sie können anfangs 15–25 Prozent der Investitionssumme betragen. Bei einem Investmentfonds-Vergleich sollten nur Fonds berücksichtigt werden, deren Weichkosten im angemessenen Verhältnis zur Investition stehen – also möglichst niedrig sind –, zweckgebunden eingesetzt und vollständig und nachvollziehbar ausgewiesen werden, wie es der Gesetzgeber verlangt.

Rating-Agenturen liefern wichtige Entscheidungshilfen

Eine wichtige Entscheidungshilfe beim Investmentfonds-Vergleich liefern unabhängige Ratingagenturen wie die Scope Analysis GmbH. Ratingagenturen gehen bei der Beurteilung eines geschlossenen Fonds sehr viel tiefer, als es Privatanlegern möglich ist. Sie beurteilen nicht nur das Fondsportfolio, seine Risiko- und Rendite-Parameter und die Fondsstruktur, sie nehmen auch das Fondsmanagement und die Fondsgesellschaft genauestens unter die Lupe.

Sie prüfen die Schlüssigkeit des Fondskonzeptes, bewerten Initialkosten und Mittelverwendung, stellen Einnahmen und Ausgaben gegenüber und eigene Renditeberechnungen an. Aus all diesen Daten erstellen sie ein Rating für den geprüften Fonds; Fondsgesellschaften mit guten Ratings werben oft mit diesen Ergebnissen. Bei einem Investmentfonds-Vergleich sollten Investoren Fonds mit einer positiven Bewertung bevorzugen.

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