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So funktioniert der Zweitmarktfonds

Ein Nachteil geschlossener Fonds liegt in der mangelnden Verfügbarkeit: In der Regel kann ein Anteilseigner seine gezeichneten Anteile während der vorab festgelegten Laufzeit eines Fonds von häufig mehreren Jahren nicht oder nur sehr schwer wieder zu Geld machen. Eine Rückgabe an die Fondsgesellschaft ist meist ausgeschlossen.

Was kann ein Besitzer von Anteilen an einem geschlossenen Sachwertfonds also tun, wenn er sein angelegtes Kapital vor Ablauf dieser Zeit benötigt?

Zweitmarkfonds kaufen gebrauchte Beteiligungen auf

Zweitmarktfonds sind eine besondere Form von Dachfonds. Ihre Manager kaufen möglichst günstig bestehende Anteile an geschlossenen Sachwertfonds mit Restlaufzeit und sammeln diese in Zweitmarktfonds. Sie bieten damit verkaufswilligen Anteilseignern die Möglichkeit, ihre Anteile schon vor Ablauf des Fonds abzugeben. . Der Preis für solche gebrauchten Anteile an geschlossenen Fonds regelt sich nach Angebot und Nachfrage und nicht immer nach dem tatsächlichen Wert. In der Regel müssen die Verkäufer einen Abschlag auf ihre Anlagesumme in Kauf nehmen.

Erträge fließen aus Beteiligungen und Handel

Die Zweitmarktfonds ihrerseits verkaufen die erworbenen Anteile an bestehenden Beteiligungen entweder weiter, wenn sich der Markt für sie günstig entwickelt. Oder sie halten sie bis zum Ende der Laufzeit in ihrem Portfolio, bis die im Bestand des Zielfonds befindlichen Sachwerte verkauft und die Erlöse den Anteilsinhabern zugeflossen sind. Zweitmarktfonds erzielen ihre Gewinne also zum einen aus den Erträgen der im Fonds enthaltenen Beteiligungen, zum anderen – bei einem Weiterverkauf der Anteile zu höheren Preisen – aus der Differenz zwischen Ankauf- und Verkaufspreis der erworbenen Fondsanteile.

Schiffsfonds und geschlossene Immobilienfonds am häufigsten

Anleger in Zweitmarktfonds erwerben Anteile an einem Portfolio von mehreren Einzelbeteiligungen an geschlossenen Fonds, die sich entweder auf ein bestimmtes Segment konzentrieren, wie zum Beispiel Schiffsfonds, oder aus verschiedenen Anlageklassen zusammensetzen. Grundsätzlich denkbar sind Zweitmarktfonds für alle Arten geschlossener Fonds: Schiffsfonds, geschlossene Immobilienfonds, Infrastrukturfonds, Erneuerbare-Energien-Fonds und so weiter. Am weitesten verbreitet sind Zweitmarktfonds für Schiffsfonds und geschlossene Immobilienfonds.

Nachteile von Zweitmarktfonds

Der Käufer eines Zweitmarktfonds weiß nicht, welche Anteile der Fondsmanager kauft, und somit auch nicht, an welchen Sachwerten genau er sich beteiligt. Er erwirbt eine sogenannte „Blindpool-Anlage“ und muss darauf vertrauen, dass das Fondsmanagement keine Anteile an unrentablen oder sogar von Insolvenz bedrohten geschlossenen Fonds erwirbt.

Vorteile von Zweitmarktfonds

Gegenüber der Investition in einen geschlossenen Fonds mit nur einem Sachwert weist ein Zweitmarktfonds eine größere Diversifikation auf. Das Risiko eines völligen Verlustes des eingesetzten Kapitals wird durch die breite Aufstellung für den einzelnen Anleger reduziert.

Von Vorteil ist auch, dass die Laufzeit der angekauften Fondsanteile bereits fortgeschritten ist und eine Verwertung der Sachwerte näher rückt. Fremdkapital ist zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich schon teilweise oder sogar vollständig zurückgezahlt. Außerdem lässt sich die tatsächliche Entwicklung des Fonds anhand konkreter Daten nachvollziehen, Investoren sind bei der Einschätzung nicht nur auf Annahmen des Emittenten angewiesen.

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