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Know-how für Anleger: Was ist ein Investmentfonds?

Ein Investmentfonds bündelt Gelder diverser Investoren und investiert je nach Anlagestrategie in Aktien, festverzinsliche Papiere oder Sachwerte wie Immobilien, Schiffe, Flugzeuge, Windkraftanlagen oder Infrastrukturprojekte. Die erwirtschafteten Erträge eines Fonds fließen über Ausschüttungen und/oder Wertsteigerungen der Fondsanteile zurück an den Anleger. Unterschieden wird zwischen offenen und geschlossenen Fonds.

Offene Fonds bedeuten viel Flexibilität

Bei einem offenen Investmentfonds kann die Investmentgesellschaft unbegrenzt viele Fondsanteile herausgeben. Mit einem verhältnismäßig kleinen Betrag – oft unter 100 Euro – werden Anleger Miteigentümer eines großen, breit gestreuten Portfolios. Umgekehrt ist die Fondsgesellschaft verpflichtet, die ausgegebenen Anteile jederzeit zu einem börsentäglich rechnerisch ermittelten Rücknahmepreis zurückzunehmen. Für den Anleger bedeutet das ein hohes Maß an Flexibilität, er kann jederzeit über sein Kapital verfügen. Offene Fonds haben in der Regel keine zeitliche Befristung.

Geschlossene Fonds sind eine unternehmerische Beteiligung

Geschlossene Investmentfonds geben nur eine von vornherein festgelegte Anzahl von Anteilen aus. Ist die Anzahl erreicht, wird die Anteilsausgabe eingestellt und der Fonds geschlossen.

Die Anleger erwerben eine unternehmerische Beteiligung – mit allen Chancen und Risiken. Da geschlossene Fonds zumeist nur in ein Projekt investieren, besteht die Möglichkeit eines Totalverlustes, wenn das Projekt nicht wie erwartet verläuft. Ein Anteil an einem geschlossenen Fonds kostet mehrere Tausend Euro; dieser Aspekt sollte also bedacht werden.

Geschlossene Fonds haben eine befristete Laufzeit. Sie beträgt meist mindestens zehn, oft sogar deutlich mehr Jahre. Am Ende dieser Zeit wird der Fonds aufgelöst, zum Beispiel durch den Verkauf des Investmentobjekts, und der Erlös fließt an die Anleger. Auf eine frühere Rückgabe hat der Anleger keinen Anspruch. Er hat lediglich die Möglichkeit, seine Anteile auf dem Zweitmarkt anzubieten. Der dort angezeigte Kurswert richtet sich allerdings nicht nach dem rechnerischen Wert des Fondsvermögens, sondern nach Angebot und Nachfrage. Geschlossene Fonds sind daher keine flexible Geldanlage, ihre Attraktivität liegt in den meist höheren Renditeaussichten.

Die unterschiedlichen Arten von offenen Investmentfonds

Offene Investmentfonds investieren das ihnen anvertraute Geld zumeist in Wertpapiere oder Immobilien.

  • Aktienfonds gibt es mit unterschiedlichen Schwerpunkten: national oder international, mit Fokus auf bestimmte Regionen, Branchen oder Themen. Ihre Erträge erwirtschaften diese Fonds einerseits durch Dividendenzahlungen, andererseits durch Kurssteigerungen.
  • Anleger von Dachfonds investieren in verschiedene andere Investmentfonds.
  • Exchange Traded Funds (ETF) oder Indexfonds werden wie Aktien an der Börse gehandelt. Sie bilden meist einen Index wie den DAX ab und werden nicht aktiv gemanagt. Ihre Wertentwicklung folgt daher im Wesentlichen dem zugrundeliegenden Index.
  • Geldmarktfonds umfassen Bankguthaben und festverzinsliche Wertpapiere mit kurzen Laufzeiten bis zu dreizehn Monaten.
  • Anleger von Mischfonds erwerben Aktien oder Rentenpapiere, je nach Ausrichtung und Vertragsbedingungen.
  • Anleger, die Anteile an offenen Immobilienfonds kaufen, werden Miteigentümer von Gewerbeimmobilien wie Bürohäusern, Einkaufszentren und Hotels. Die Wertentwicklung eines offenen Immobilienfonds ergibt sich zum einen aus den Miet- und Zinseinnahmen und zum anderen aus den regelmäßigen Bewertungen der Immobilien im Fondsvermögen.
  • Mit Rentenfonds erwerben Anleger festverzinsliche Wertpapiere wie Staats- oder Unternehmensanleihen oder Pfandbriefe mit verschiedenen Schwerpunkten: nach Regionen, Laufzeiten, Währungen oder Emittenten. Ihre Erträge generieren sie durch Zinszahlungen.

Die verschiedenen Arten von geschlossenen Fonds

Geschlossene Investmentvermögen gibt es als Publikumsprodukte (sogenannte Publikums-AIF) für alle Anleger, aber auch als Spezialprodukte (sogenannte Spezial-AIF) ausschließlich für professionelle und semiprofessionelle Anleger (z.B. Banken, Versicherungen, Pensionskassen oder Family Offices).

Für geschlossene Publikums-AIF, d. h. für AIF, die auch durch Privatanleger erworben werden können gibt das KAGB allerdings einen abschließenden Katalog zulässiger Vermögensgegenstände vor. Sie dürfen nur in Anlagen investieren, die in diesem Katalog genannt sind. Hierzu gehören Sachwerte, Anteile an Gesellschaften und Beteiligungen an Unternehmen (Private Equity) oder Anteile an anderen geschlossenen AIF

Geschlossene Fonds werden meist zur Finanzierung eines oder mehrerer festgelegter Objekte aufgelegt. Die Anleger werden bei Zeichnung Miteigentümer eines Sachwertes. Ihnen steht eine ganze Palette unterschiedlicher Fondsarten zur Verfügung. Dazu gehören unter anderem:

  • Containerfonds. Ihre Anleger werden Miteigentümer von Containern, die für feste Laufzeiten vermietet werden. Containerfonds erwirtschaften ihre Erträge aus den Mieteinnahmen und aus dem Verkauf der Container nach Ablauf der vereinbarten Mietzeit.
  • Wer Anteile an Erneuerbare-Energien-Fonds erwirbt, investiert beispielsweise in Windkrafträder sowie Biomasse-, Solar- oder Wasserkraftanlagen. Solche Fonds verdienen Geld mit dem Verkauf der erzeugten Energie.
  • Mit einem Anteil an einem Flugzeugfonds beteiligen sich die Anleger an neuen Flugzeugen, die langfristig an Fluggesellschaften vermietet werden.
  • Das Fondsmanagement geschlossener Immobilienfonds nutzt das gesammelte Kapital zur Investition in ein oder mehrere Immobilienobjekte, die an Dritte vermietet oder verpachtet werden. Die Miet- bzw. Pachteinnahmen und Erlöse aus einem späteren Verkauf kommen den Anlegern zugute.
  • Wer sein Geld in Infrastrukturfonds anlegt, investiert in Projekte, die sich um die Versorgung der Gesellschaft in ökonomischer und sozialer Hinsicht kümmern. Das kann der Ausbau des Energie- oder Straßennetzes sein, aber auch der Bau von Bildungs-, Gesundheits- oder Sozialeinrichtungen wie Krankenhäuser. Dafür gehen die Fondsgesellschaften eine Partnerschaft mit öffentlichen Stellen ein. Einnahmen fließen aus Vermietung, Mautgebühren oder Nutzungsentgelten.
  • Die Anleger von Leasingfonds kaufen spezifische Objekte, die dauerhaft vermietet werden; das können Flugzeuge, Schiffe, Immobilien, Container, Windräder oder ähnliche Wirtschaftsgüter sein. Fonds-Erträge stammen aus Mieteinnahmen und dem Verkauf der Objekte.
  • Fondsmanager von Private Equity Fonds legen die eingesammelten Anlegergelder außerhalb der Börsen in aussichtsreichen Unternehmen an – zum Beispiel Start-ups oder Unternehmen, die eine Finanzspritze benötigen. Dafür werden sie an möglichen Gewinnen beteiligt und profitieren von einem späteren Verkauf der Anteile bzw. der Platzierung an der Börse.
  • Schiffsfonds umfassen Unternehmensbeteiligungen, die in den Seehandel investieren. Mit dem eingesammelten Anlegerkapital erwerben sie ein oder mehrere Schiffe, meist Containerschiffe, aber auch Tanker und Frachter. Diese werden verchartert und am Ende der Laufzeit des Fonds verkauft.
  • Mit Anteilen an Umweltfonds legen Anleger ihr Geld in Projekten an, die der Nachhaltigkeit dienen und mit den Investitionen in die Umwelt Erträge erzielen. Das Investitionskapital fließt in Projekte zur Nutzung von erneuerbaren Energien wie Solarenergie, Wind – und Wasserkraft sowie von nachwachsenden Rohstoffen. Geeignet sind auch Projekte, die zur Reduzierung schädlicher Emissionen beitragen. Die Fonds-Erträge stammen entweder direkt aus der Energieerzeugung oder indirekt, etwa über Emissionsgutschriften für die Reduzierung von CO2 Emissionen.
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