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Mehr Mut zu neuen Produkten

Rund 1,36 Mrd. Euro investierten die Anleger laut Erfassung der Ratingagentur Scope im Jahr 2016 in geschlossene Publikumsfonds (AIF). Das Platzierungsvolumen des Vorjahres (1,33 Mrd. Euro) wurde damit nur unwesentlich übertroffen. Auch knapp ein Jahrzehnt nach der Schiffskrise scheint es, als habe die Sachwertbranche ihre Konsolidierungsphase noch nicht überwunden.

Zu Beginn des Jahres startete nur für wenige Produkte der Vertrieb. Die meisten Emissionshäuser agierten zurückhaltend. Für Anleger, die ihr Kapital in eine unternehmerische Beteiligung investieren wollen, bedeutete dies zum einen, dass sie nur aus einer Hand voll AIF wählen können, zum anderen aber auch, dass diese von einer noch geringeren Anzahl von Anbietern stammen. Doch gibt es nicht eigentlich genügend Anzeichen dafür, dass sich der Branche momentan eine gute Gelegenheit bietet, aus ihrem Dornröschenschlaf zu erwachen?

Das Interesse an gut konzipierten AIF ist groß
Einen deutlichen Beleg hierfür liefern etwa die Platzierungsgeschwindigkeiten, die die wenigen vorhandenen Produkte auf dem Markt aufweisen. So vermeldete etwa WealthCap schon zehn Wochen nach dem Start seines neuen Fonds „Immobilien Deutschland 39“, bereits 50 Millionen Euro Kapital platziert zu haben. Auch Hannover Leasing benötigte lediglich drei Monate, um das angestrebte Fondsvolumen von 24 Mio. Euro für eine Büro- und Hotelimmobilie zu erreichen. Jamestown platzierte in den ersten vier Wochen seines neuen Sachwertinvestments gar 95 Mio. Euro – Zahlen, die dokumentieren, dass das Interesse der Anleger an gut konzipierten AIF groß ist.

Zudem sorgen die wirtschaftlichen Bedingungen dafür, dass alternative Anlageformen, etwa die Investition in Sachwerte, zunehmend an Attraktivität für die Anleger gewinnen: Bei hohen Inflationsraten und gleichzeitig niedrigen Zinsen, wie sie gegenwärtig vorherrschen, bieten Festgeldanlagen oft nur sehr geringe Renditechancen. In diesen Zeiten sind Anleger auf der Suche nach anderen Möglichkeiten, ihr Kapital gewinnbringend anzulegen.

Sachwerte sind in Niedrigzinsphasen eine geeignete Anlagealternative
Geschlossene Fonds, die in reale Werte (beispielsweise Immobilien, Container oder Energieanlagen) investieren, bieten hier eine Alternative. Sie sind langfristig angelegt und berücksichtigen übliche Marktschwankungen deshalb bereits in der Planung. Es liegt an der Branche, den Anlegern die Vorteile der Sachwertinvestments gegenüber klassischen Anlageformen zu vermitteln. Aus diesem Grund braucht es neue Produkte, die die Anleger mit guten Ideen vor eine Wahl stellen. Die Prognose der Ratingagentur Scope stimmt positiv: Sie rechnet im Jahr 2017 mit mehr neuen Produkten als in den Vorjahren.

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