Überspringen zu Hauptinhalt
Ungewöhnliche Geldanlagen

Tagesgeldkonten, Aktien oder Investmentfonds sind allen Anlegern ein Begriff – abseits der gängigen Anlageformen eröffnen sich jedoch viele weitere, zum Teil äußerst ungewöhnliche Wege, angespartes Kapital zu vermehren. Autoliebhaber investieren zum Beispiel in Oldtimer, Sammler stecken Ersparnisse in Kunstwerke wie Comics oder Schallplatten – doch handelt es sich hierbei tatsächlich um ernstzunehmende Anlagealternativen?

Mit Historie zum Wertzuwachs
Investitionen in Oldtimer sind seit einigen Jahren zu einem boomenden Markt geworden. Gut erhaltene Exemplare beliebter Automodelle, wie etwa des VW Käfer, verzeichneten in den vergangenen Jahren einen steten Wertzuwachs. Seit 1999 können sich Anleger über den Deutschen Oldtimer Index informieren, der jährlich im Auftrag des Verbandes der Automobilindustrie erstellt wird und die Wertsteigerung der historischen Fahrzeuge berechnet. Im Jahr 2016 legte der Index im Vergleich zum Vorjahr 4,4 Prozent zu. Die höchste Wertsteigerung verzeichneten dabei der Volkswagen Bus Typ 2 und der Citroën 2CV („Ente“). Doch ohne fundiertes Wissen geht es nicht, Baujahr, Motorenart und Ausstattung entscheiden über den Wertzuwachs. Hinzu kommt der Erhaltungszustand der Fahrzeuge, denn Oldtimer, die mehr als nur leichte Gebrauchsspuren aufweisen, bleiben von der Preisentwicklung unberührt.

Lebendige Kapitalanlagen
Eine weitere ungewöhnliche Kapitalanlage sind Investments in Lebewesen. So galten lange Zeit beispielsweise Kois als die „Könige der Fischzucht“, die je nach Größe und Zeichnung einen sechsstelligen Verkaufswert erzielen konnten. Mittlerweile hat der europäische Markt jedoch schon zunehmend das Interesse an ihnen verloren. Hohe Wertsteigerungen versprechen sich viele Liebhaber auch von einer Investition in junge Renn- und Dressurpferde. Gewinnen sie später renommierte Turniere, steigt ihr Wert erheblich. Doch nicht nur Tiere dienen als Investitionsobjekte, sondern auch Pflanzen. So können Bonsaibäume bei richtiger Pflege und zunehmendem Alter deutlich an Wert gewinnen.

Comic, Schallplatte, Teddybär
Die Liste der außergewöhnlichen Anlageobjekte ist lang. So werden für viele Kuscheltier-Modelle des baden-württembergischen Herstellers Steiff, die oftmals nur in geringer Stückzahl produziert wurden, inzwischen hohe Sammlerpreise aufgerufen. Im Jahr 2002 wechselte ein 1926 hergestellter Stoffbär für die unglaubliche Summe von 156.240 Euro den Besitzer. Hohe Wertsteigerungen verbuchen außerdem immer wieder seltene Comicbücher, Schallplatten, Bücher und andere seltene Kunstwerke.

Anlagealternative nur für Liebhaber
Handelt es sich bei den vorgestellten Sachwerten also um eine echte Alternative zu den herkömmlichen Anlagemöglichkeiten? Nicht wirklich, denn alle beschriebenen Anlageobjekte sind mit erheblichen Risiken verbunden. Weder die Wertentwicklung eines Oldtimers noch die Leistungsfähigkeit eines Rennpferdes lassen sich verlässlich vorhersagen. Deshalb erfordert die Entscheidung für einen solchen Sachwert nicht nur umfangreiches Expertenwissen, sondern auch ein „glückliches Händchen“ – beim Kauf und Verkauf. Die Investitionen haben daher einen hochgradig spekulativen Charakter und eignen sich nur für Liebhaber, die sich für den Besitz des Sachwertes begeistern und nicht auf die Rendite fokussieren.

An den Anfang scrollen