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Von Altenheim bis Warenhaus

Vermehrt ist zuletzt von der Dominanz der Immobilienbeteiligungen und einer fehlenden Vielfalt auf dem Erstmarkt für geschlossene Alternative Investmentfonds zu lesen. Laut der Ratingagentur Scope wurden im zweiten Quartal des Jahres fast doppelt so viele geschlossene Alternative Investmentfonds auf den Markt gebracht als im Quartal zuvor. Tatsächlich handelt es sich bei der großen Mehrheit der Produkte, die sich momentan im Vertrieb befinden, jedoch um Beteiligungsangebote im Bereich der Immobilien.

Doch „Immobilie ist nicht gleich Immobilie“, denn die Gebäude, in die investiert wird, sind äußerst vielfältig. Neben der Investition in klassische Wohn- und Büroimmobilien wird zunehmend ganz gezielt in bestimmte Immobilienformen investiert, an denen schon jetzt und insbesondere in der Zukunft ein wachsender Bedarf besteht.

Micro-Apartments – das eigene kleine Reich
Interessant sind etwa sogenannte Micro-Apartments. Dabei handelt es sich um Gebäude mit kleinen, über einen kürzeren Zeitraum vermietete Wohnungen in städtischen Lagen. Sie werden vornehmlich von Studenten und Arbeitnehmern bezogen, die zwar nur befristet in einer Stadt verweilen, auf die eigenen vier Wände aber trotzdem nicht verzichten möchten. Durch die Umstellung von Diplom- auf Bachelor- und Masterstudiengänge ist die Anzahl der Studenten, die während ihrer Ausbildung den Studienort wechseln, deutlich gestiegen. Gleichzeitig gibt es immer mehr Arbeitnehmer, die zu ihrem Arbeitsort pendeln oder hier unter der Woche eine kleine Wohnung beziehen – die Micro-Apartments werden so zu einem interessanten Anlageobjekt.

Bedarf an Pflegeeinrichtungen
Auch der Bedarf an modernen Alten- und Pflegeheimen wird aufgrund des demografischen Wandels in Deutschland steigen. Einige geschlossene Alternative Investmentfonds machen sich deshalb diesen Trend zunutze und investieren in derartige Einrichtungen. Neben dem häufig rollstuhlgerechten Ausbau aller Räumlichkeiten verfügen die Einrichtungen je nach Größe auch über angeschlossene Großküchen und Wäschereien. Bei dieser Art von Beteiligungsangeboten ist beispielsweise zu beachten, ob die Immobilie neu erbaut oder übernommen wird und ob bereits ein potenzieller Mieter vorhanden ist.

Retail- und Logistikzentren – Amazon & Co.
Immer mehr Produkte werden bequem von zu Hause aus über das Internet bestellt. Der Onlinehandel floriert und mit ihm wächst die Nachfrage nach modernen und strategisch gut gelegenen Logistikzentren. Neben der Kapazität der Lagerhallen kommt dabei vor allem der verkehrstechnischen Anbindung eine primäre Rolle zu. Ein schneller Anschluss an die Autobahn ist zumeist Grundvoraussetzung, gerade die größeren Versandhandelsunternehmen bevorzugen mittlerweile darüber hinaus einen Standort in der Nähe eines internationalen Flughafens.

Jede der drei Immobilientypen stellt auch an das Management spezielle Herausforderungen. Micro-Apartments und Pflegeheime profitieren, wenn sie ähnlich wie Hotels betrieben werden. Hier muss fortlaufend sichergestellt werden, dass es bei Auszug neue Mieter gibt und die Wohnräume die Erwartungen potenzieller neuer Bewohner erfüllen. Logistikzentren wiederum sind oftmals langfristig an eine einzige Partei vermietet, die die Räumlichkeiten ihren Anforderungen anpasst. Für die Fondsgesellschaft sichert ein langer Mietvertrag die Erträge ab. Ist dies nicht der Fall, sind ein Plan-B und eine frühzeitige Planung wichtig.

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