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Keine Panik bei Turbulenzen

Dezember 2018

Steigende Kurse bei Flugzeugfonds mit Airbus A380

Wer die Berichterstattung über Flugzeugfonds in Wirtschaftsmagazinen und anderen Medien verfolgt, muss annehmen, dass die Anleger unweigerlich eine Bruchlandung erleben. So zumindest drückt sich etwa n-tv in einem aktuellen Beitrag aus. Von Überschuldung ist die Rede, und es sei fraglich, ob die Fondszeichner ihr Kapital zurückerhalten. Dabei besteht kein Anlass zur Flugangst. Ein differenzierter Blick auf die Flugzeugfonds.

Turbulenzen sind nicht zu leugnen: Eine Marktbereinigung ist offensichtlich. Air Berlin hat vor gut einem Jahr aufgegeben und – nahezu zeitgleich – die britische Fluggesellschaft Monarch ebenfalls. Außerdem konnte sich der Airbus A380 nicht zum erhofften Überflieger entwickeln. So hat Singapore Airlines zum Beispiel seine Verträge nach Ablauf der zehnjährigen Laufzeit mit dem Riesenflieger nicht verlängert.

Dr. Peters verleast die Turbinen seiner Flieger

Doch das muss nicht automatisch einen Absturz für die Investoren bedeuten. Zumal sie einen Teil ihres Einsatzes über die laufenden Ausschüttungen bereits zurückerhalten haben. Bei den Flugzeugfonds DS 129 und DS 130 von Dr. Peters sind es beispielsweise 72 beziehungsweise 81 Prozent. Zwar hat Singapore Airlines die Flieger nach zehn Jahren zurückgegeben, und Dr. Peters konnte keinen Nachmieter finden. Einnahmen erwirtschaftet der Fonds dennoch. Das Emissionshaus verleast derzeit die Turbinen, die werthaltigsten Teile des Flugzeugs, an Rolls Royce und rechnet bis zum geplanten Verkauf der Triebwerke im Jahr 2020 mit monatlichen Raten von 400.000 Dollar pro Fondsgesellschaft. Unter dem Strich erwartet der Anbieter Rückflüsse von rund 150 Prozent für seine Kunden.

Doric hat vor wenigen Monaten ebenfalls einen Erfolg vermeldet. Dem Fondsanbieter ist es gelungen, einen Nachmieter zu finden, nachdem Singapore Airlines auch hier den Leasingvertrag nicht verlängert hat. Die portugiesische Fluggesellschaft Hi Fly übernimmt den Flieger im „Flugzeugfonds 3“ für sechs Jahre. Auch dieser Fonds war bei seinen Ausschüttungen bislang verlässlicher als ein typischer Flugplan zwischen Düsseldorf und Mallorca.

An der Zweitmarktbörse steigen die Kurse von Flugzeugfonds

Die positiven Entwicklungen spiegeln sich auch an der Zweitmarktbörse wider. So stieg der Kurs für gebrauchte Anteile am „Flugzeugfonds 3“ von 35 Prozent im Februar dieses Jahres auf 48 Prozent im Oktober. Ähnlich ist der Kursverlauf beim DS 130 von Dr. Peters. Trennte sich ein Anleger im Januar noch zum Preis von 27 Prozent von seinen Anteilen, musste ein Käufer Mitte November 50 Prozent dafür zahlen. Offenbar hat er sich das Investment gut überlegt, denn der Nominalwert der Transaktion lag bei 800.000 Euro.

Insgesamt summieren sich die nominalen Umsätze der gebrauchten Flugzeugfonds bis Mitte November auf knapp 12,2 Millionen Euro – bei einem Durchschnittskurs von 49 Prozent bedeutet das ein Transaktionsvolumen von 5,9 Millionen Euro. Das ist mehr als doppelt so viel wie im gesamten Jahr 2014 mit damals knapp 2,9 Millionen Euro. Zwar lag der durchschnittliche Kurs damals bei 66 Prozent, doch dafür gibt es eine einleuchtende Erklärung: Die Fonds waren seinerzeit mit einer längeren Restlaufzeit ausgestattet als jetzt.

Für Panik gibt es also keinen Anlass. Mit einem typischen A380-Fonds sollten die Anleger keinen Totalverlust erleiden. Nicht ausgeschlossen ist, dass sie mit manchen Angeboten einen Teil ihres Einsatzes verlieren. Immerhin haben sie in unternehmerische Beteiligungen eingecheckt. Doch wer seine Anteile an zehn Jahre alten Fonds zu Kursen von 40 bis 50 Prozent verkauft, dürfte sogar in der Gewinnzone fliegen.

Herzlich, Ihr
Markus Gotzi

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