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Sachwerte gewinnen bei Vermittlern an Bedeutung

Juni 2019

Finanzdienstleister erwarten Aufklärung und Informationen von den Anbietern

Kürzlich habe ich an dieser Stelle darüber berichtet, dass die Zahl der Vermittler mit der Genehmigung zum Vertrieb geschlossener AIF kontinuierlich sinkt. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zählte zum 1. April 2019 exakt 8.973 Finanzanlagenvermittler mit Lizenz nach Paragraph 34 f, Absatz 2 zum Verkauf geschlossener Investmentvermögen. Das sind noch einmal 110 weniger als am 1. Januar dieses Jahres.

Doch es gibt auch gute Nachrichten; so lassen sich immerhin die aktuellen Zahlen aus dem Vermittlerbarometer des Bundesverbands Finanzdienstleistungen AfW deuten. Demnach können 64 Prozent der befragten Dienstleister eine Erlaubnis gemäß Paragraph 34f Gewerbeordnung nachweisen – ein Plus von 18 Prozent gegenüber der Umfrage aus dem Jahr zuvor. Davon wiederum besitzen 98 Prozent die Kategorie eins und 63 Prozent die Kategorie zwei, die für geschlossene AIF notwendig ist. Die Kategorie drei als Voraussetzung für den Vertrieb von Modellen nach dem Vermögensanlagegesetz können 34 Prozent vorlegen.

Portfoliodiversifikation als wichtigstes Argument

Immerhin 70 Prozent der Befragten vertreiben Sachwerte an Privatanleger. Das ist eine positive Entwicklung, denn im Jahr zuvor waren es nur 59 Prozent. Im Gegenzug sank der Anteil derjenigen, die Sachwerte-Investments grundsätzlich ablehnen von 37 Prozent auf aktuell nur noch 29 Prozent. Das Argument der Portfoliodiversifikation findet mit 86 Prozent der Sachwerte-Vermittler breiteste Zustimmung. Die Kategorie „Sachwerte gehören ins Portfolio“ bestätigen 75 Prozent, und gute Ertrags-Chancen erkennen 48 Prozent. Ähnlich sind die Umfrage-Ergebnisse bei den Vermittlern mit der Lizenz zum Verkauf von Vermögensanlagen nach Paragraph 34f 3. Gibt es genügend vertriebsfähige Sachwerte-Investments? In diesem Punkt präsentieren sich die Vermittler differenziert. So bejahen 45 Prozent von ihnen die Frage, 46 Prozent antworten mit nein.

Schlechte Erfahrungen mit früheren Fonds

Wer derzeit die Finger von den AIF lässt, hat gemeinsam mit seinen Kunden in der Vergangenheit meistens schlechte Erfahrungen gemacht. In diesem Sinne äußerte sich die Hälfte derjenigen, die das Produkt negativ einschätzen. Mehr als ein Viertel meint, das Produkt sei rechtlich zu komplex und damit zu beratungsintensiv. Ebenfalls abschreckend seien der zu lange Anlagezeitraum, eine schlechte Kostenstruktur, und eine wirkungslose Regulierung. Selbst die Aufsicht der BaFin schütze nicht vor Pleiten wie beim Container-Verkäufer P+R.

Damit sich das Image ändert, ist mehr Know How gefragt. Und hier kommen die Anbieter ins Spiel. Denn die Vermittler wünschen sich eine stärkere Unterstützung von den Fondsinitiatoren, zum Beispiel Argumentationshilfen über die Konsequenzen des KAGB und die Transformation der geschlossenen Fonds als Teil des grauen Kapitalmarktes in ein weißes, reguliertes Finanzprodukt. Außerdem erwarten sie sich mehr Informationen über Beratungshaftung und –dokumentation. Qualitativ bessere Angebote charakterisieren die Finanzdienstleister außerdem über kürzere Laufzeiten, mehr Transparenz von Seiten der Anbieter und mehr Seriosität, was auch immer das bedeutet.

Und auch das ist ein Ergebnis der Umfrage: Das Geschäft mit Sachwerten und Fonds ist weitgehend Männersache. Nur elf Prozent der 1.340 Vermittler, die sich an der Umfrage
beteiligten, sind weiblich.

Herzlich, Ihr Markus Gotzi

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